Fr 11.00 – 12.30 | Schloss Gottesaue, Hörsaal

wöchentlich (Beginn: 23.10.)

Für alle Studierenden. Kann als Wahlfach in den BA-/MA-Studiengänge belegt werden.

Das Seminar befasst sich mit dem Übergang zwischen zwei Klangwelten – die natürlichen, alltäglichen Geräusche, die wir aus unserem „echten“ Leben kennen, und die in sich geschlossene Welt der Kunstmusik, in der Klängen eine andere Bedeutung beigemessen werden. Die Nachahmung von Tieren, vor allem Vögeln, hat Komponisten von Rameau bis Messiaen beschäftigt. Die patriotischen Melodien eines Dorf-Musikvereins in Charles Ives‘ Putnam’s Camp (Three Places in New England) hingegen sind nicht allein Nachahmungen, sie stellen einen großen Teil der symphonischen Textur dar. Und wenn man die musikalischen „Übersetzungen“ externer, weltbedingter Klänge als Zitate betrachtet, ist es möglich zu schauen, ob ähnliche Techniken und Auswirkungen in der Verwandlung von Kunstmusik in eine „szenische Geräuschkulisse“ wie in Mozarts Don Giovanni oder öfter mit dem Dies Irae Motiv vorkommen. In der modernen Filmmusik (Ennio Morricone, u.a.) spielt die Verwendung von Geräuschen als Soundscape und Teil der komponierten Filmmusik eine große Rolle. Eine werk- und epochenübergreifende Betrachtung der Grenzüberschreitung dieser Klangwelten wird die interpretatorische und analytisch-semantische Deutung dieser Werke für Ausführende und ZuhörerInnen ins Zentrum stellen.


Fr 9.15 – 10.45 | Schloss Gottesaue, Hörsaal

wöchentlich (Beginn: 23.10.)

Für alle Studierenden. Kann als Wahlfach in den BA-/MA-Studiengänge belegt werden.

Seit der Antike sind Tanz und Musik eng miteinander verbunden. Das Seminar beschäftigt sich mit der zentralen Bedeutung dieser Beziehung für die Entwicklung europäischer Musik ab dem 17. Jahrhundert. In den Suiten Rameaus, Lullys und Couperins und den Werken von  sind verschiedene Tanzgattungen als prägende Gestalten präsent. Der Tanz bleibt eine Inspirationsquelle für nachfolgende Komponisten, zum Beispiel in Sonaten- oder Sinfoniesätzen wie dem Menuett bei Haydn, Mozart und Beethoven. Im 19. Jahrhundert entdeckte man andere, durchaus freiere Arten des Tanzes: Chopins Mazurken und Schumanns Davidsbündlertänze sind nur einige Beispiele. Auch im 20. Jahrhundert blieb die Idee des Tanzens prominent: Stravinsky (der mit Circus Polka ein Ballett für fünfzig junge Elefanten und fünfzig Tänzerinnen komponierte) und Mahler sind zwei verschiedene Komponisten, die sich damit auseinandergesetzt haben. Auch die Verbindung von Tanz und Musik im Theater und auf der Ballettbühne wird uns beschäftigen.

Aber was heißt es genau, einen Tanz ohne Tänzer zu schreiben, der ausschließlich von Musikern ausgeführt werden sollte? Oder wie wird Musik von einem tänzerischen Inhalt beeinflusst? Wie interpretiert man solche Musik und wie wird eine visuell- und raumgeprägte Form übersetzt und übertragen in ein anderes Medium? Bis heute bleibt die enge Verbindung zwischen Musik und Tanz (z.B. Hiphop und Breakdance) bestehen. In diesem Seminar werden solche Verbindungen in ihrer ganzen Erscheinungsbreite thematisiert. 


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