Do 11.00 – 12.30 | Schloss Gottesaue, Hörsaal wöchentlich (Beginn 13.10)

Für alle Studierenden. Für Studierende im Studiengang BA Musikinformatik / Musikwissenschaft als Pflichtseminar im Modul „Dialoge“ oder als Seminar in einem Vertiefungsmodul.

Der 1935 in Estland geborene Arvo Pärt ist der wohl populärste „E-Musik“-Komponist der Gegenwart. Seine scheinbar einfache, auch im Film oft adaptierte Musiksprache hat allerdings eine Vorgeschichte voller Umwege, die wir gemeinsam anhand der Werke nachverfolgen werden: von Neoromantik und Neoklassizismus über zwölftönige und serielle Versuche, Zitat- und Collagetechniken bis hin zu den ersten Werken im „Tintinnabuli-Stil“ Ende der 1970er Jahre (Für Alina, Fratres, Tabula rasa, Spiegel im Spiegel, Wenn Bach Bienen gezüchtet hätte). Zugleich geht es dabei natürlich immer auch um die Möglichkeiten eines Komponierens unter den Bedingungen der Kulturpolitik der UdSSR (aus der Pärt 1980 emigrieren musste).


Do 9.15 – 10.45 | Schloss Gottesaue, Hörsaal wöchentlich (Beginn 13.10)

Für alle Studierenden. Kann als Wahlfach in den BA-/MA-Studiengängen belegt werden.

Mit der Symphonischen Dichtung verband Franz Liszt den Anspruch, die Musik durch Poetisierung zu erneuern: Vorgegebene Formen sollten überwunden, die Sprachmacht des Orchesters nach Beethoven genutzt werden. Und doch wurzelt die Programmmusik natürlich in Gattungen der sogenannten absoluten Musik, etwa in der Konzertouvertüre und der charakteristischen Symphonie. Mit Formtraditionen ist also auf Schritt und Tritt zu rechnen, für das Verstehen auch von Programmmusik sind sie die Voraussetzung. So konnte Richard Strauss in Liszts Fahrwasser fordern: „Neue Gedanken müssen sich neue Formen suchen“ und zugleich vom Programm einer Tondichtung behaupten: „Wer wirklich Musik zu hören versteht, braucht es wahrscheinlich gar nicht“. Im Zentrum der Vorlesung werden die einschlägigen Werke von Liszt und Strauss stehen.


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