Allgemeines Einführungsgespräch am 10.10. | 13.30 Uhr | K10 208

Für Studierende im Studiengang MA Musikwissenschaft 1. Semester (Modul: Quellenkunde und (Digitale) Musikedition). Offen für alle Studierenden.

Anmeldung per Mail erforderlich: steiner-grage@hfm.eu

Das weitere Seminar findet in Blockterminen in der Badischen Landesbibliothek (Karlsruhe) statt, die in Absprache mit den Teilnehmenden individuell vereinbart werden. In der BLB haben wir im Historischen Lesesaal Gelegenheit, uns ganz praktisch mit Musikhandschriften und Drucken aus verschiedenen Epochen zu beschäftigen. Auf der Basis der dort befindlichen reichen Sammlung an Manuskript- und Druckquellen werden wir zunächst editorische Fragestellungen erörtern und die Technik des „Edierens“ von Musik praktisch erproben. Darüberhinaus werden auch ungewöhnliche Manuskripte (sowohl aus der europäischen Musikgeschichte als auch aus anderen Kulturen) in den Blick genommen, deren jeweilige Fragestellungen besprochen und Lösungsmöglichkeiten erörtert. Die verschiedenen Lösungen können dabei in der Erweiterung unseres herkömmlichen Notensatzes (z.B. für grafische oder außereuropäische Notationen) oder in digitalen Lösungen (z.B. in Edirom- Anwendungen oder Faksimile-Editionen) bestehen.

Ziel des Seminars ist es, die Grundlagen der wissenschaftlich-kritischen Musikedition kennen zu lernen, sie praktisch anwenden zu können und auch mit der einschlägigen Terminologie vertraut zu werden.


Mo 14.00 - 17.00 | K10 208

14-tägig (Termine: 10.10., 24.10., 07.11., 21.11., 05.12., 19.12.2022 & 09.01., 23.01., 06.02.2023)

Offen für alle Studierenden.

Die Zeit zwischen ausgehender Renaissance und (Früh)barock bot vor allem in Norditalien günstige Lebens- und Schaffensbedingungen für Musikerinnen und Komponistinnen. So wirkte etwa gegen Ende des 16. Jahrhundert in Ferrara am Hof des kunstsinnigen Fürsten Alfonso d'Este das vielfach gerühmte Concerto delle Donne, für das u.a. der Komponist Luzzasco Luzzaschi höchst virtuose Madrigale schrieb.

In Florenz wurden die beiden Töchter von Giulio Caccini – Francesca und Settimia – in eine Musikerfamilie hineingeboren; dadurch erhielten sie schon von Kindheit an beste Ausbildung. Francesca war auch in die intellektuellen Zirkel integriert, in denen über die neuen Strömungen in der Vokalmusik diskutiert wurde: Aus der ‚einfacheren‘, auf die Affekte der Hörer zielenden Solo-Monodie sollte schließlich die neue Gattungen Oper erwachsen. Lieferten Komponisten wie Giulio Caccini mit seiner Sammlung Le Nuove Musiche (1600) und Claudio Monteverdi mit dem Orfeo (1608) erste Muster und Modelle für den neuen Stil, so steuerten bald auch Frauen eigene Werke bei: Francesca Caccini war nämlich nicht nur für ihre ausdrucksstarken Gesangsdarbietungen von Monodien berühmt (sie bezog dafür am Hof der Medici ein höheres Gehalt als ihr Vater und gründete später eine eigene Gesangsschule), sondern komponierte auch selbst, z.B. das 1618 in Druck erschienene Primo Libro delle Musiche (eine Sammlung weltlicher Solo-Monodien) oder La liberazione di Ruggiero dall’isola di Alcina (1628), eines der ersten Opernwerke überhaupt.

In Venedig widmeten sich – ungewöhnlich für die damalige Zeit – gleich vier „Ospedali“ der musikalischen Ausbildung von Waisenmädchen; das musikalische Talent der ebenfalls in Venedig aufgewachsenen Barbara Strozzi wurde von ihrem Adoptivvater Giulio Strozzi erkannt und entscheidend gefördert – er ließ sie vom führenden Komponisten seiner Zeit, dem Monteverdi-Schüler Francesco Cavalli unterrichten und führte sie auch in die in den 1630er Jahren gegründeten, gesellschaftlich einflussreichen „Akademien“ ein, bei denen Barbara Strozzi auch ihre eigenen Werke vortrug. Ihr kompositorisches Schaffen umfasst acht zwischen 1644 und 1659 gedruckte Bände mit etwa 100 Kompositionen.


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